{"id":1026,"date":"2009-10-25T21:03:11","date_gmt":"2009-10-25T19:03:11","guid":{"rendered":"http:\/\/tsvkuppingen.de\/lauftreff\/site\/?page_id=1026"},"modified":"2016-10-22T22:04:58","modified_gmt":"2016-10-22T20:04:58","slug":"24-10-2009","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/tsvkuppingen.de\/lauftreff\/site\/?page_id=1026","title":{"rendered":"24.10.2009"},"content":{"rendered":"<p><strong>19. Alb Marathon in und um Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd<\/strong><\/p>\n<p>Die Schwaben gelten als sehr bescheidenes V\u00f6lkchen. Nur manchmal w\u00e4re ein bisschen weniger auch nicht schlecht. Wie zum Beispiel beim Alb Marathon. W\u00e4hrend man bei einem normalen Marathon am 42 Km Schild schon den Zielbogen sehen kann, folgen beim Alb Marathon noch weitere 7 Kilometerschilder bevor man sich endlich auf den Zielkanal freuen kann.<\/p>\n<p>Samstag, 24.10.2009: Die 19. Auflage des Alb Marathon steht an. Rund 1000 Teilnehmer warten auf den Start zum 25 Km- bzw. 50 Km Lauf. Der z\u00e4he Nebel, der uns die Hinfahrt erschwert hat, ist mittlerweile verzogen und hat der Sonne Platz gemacht.<br \/>\nIch stelle mich wie \u00fcblich in der zweitletzten Reihe auf. Die letzte Reihe ist schon besetzt und die L\u00e4ufer dort haben ausreichend Abstand zum Feld gelassen, damit sie nicht mehr von ihrem Startplatz verdr\u00e4ngt werden k\u00f6nnen. Da die Vorbereitung nur eine Tour \u00fcber 30 Km aufweist, ist das schlechte Gewissen seit Tagen ein Begleiter.<br \/>\nStart ist p\u00fcnktlich um 10 Uhr. Zun\u00e4chst f\u00fchrt uns eine kleine Schleife durch Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd, dann geht es hinaus in idyllische W\u00e4lder. Die Strecke verl\u00e4uft ziemlich flach bis zur ersten Verpflegungsstelle kurz vor Kilometer 7. Dort kommt von hinten eine sehr junge L\u00e4uferin angesprintet und \u00fcbergibt ihr Startnummernband an einen L\u00e4ufer, der sie f\u00fcr ihren Einsatz lobt. Sie geh\u00f6ren zu einer von insgesamt 20 Staffeln, die sich den 50 Kilometerlauf teilen.<br \/>\nBei ca. Kilometer 13 ist der Fu\u00df des Hohenstaufen, dem ersten der drei Kaiserberge, die heute \u00fcberwunden werden m\u00fcssen, erreicht. Der Gro\u00dfteil der L\u00e4ufer verf\u00e4llt ins Gehen. Rund einem Kilometer weiter folgt ein etwas flacheres St\u00fcck, auf dem sich sich die dritte Verpflegungsstelle befindet. Hier gilt es nochmal Kraft tanken, denn nun beginnt der eigentliche Anstieg. Ein einsamer Zuschauer steht am Rand und feuert uns mit den sehr motivierenden Worten: \u201eJetzt geht\u2019s richtig los!\u201c an.<br \/>\nZuschauer sind hier zwar Mangelware, aber die herrliche Natur entsch\u00e4digt. Ein Mitl\u00e4ufer tr\u00e4gt einen Laufschuh aus den 80ern. Er wird angesprochen und es bildet sich eine Gruppe um uns. Durch die nicht gerade ernsthafte Diskussion lenken wir uns vom Anstieg ab.<br \/>\nNach einem halben Kilometer bergauf sausen uns L\u00e4ufer entgegen, das hei\u00dft oben muss ein Wendepunkt sein. Dieser befindet sich tats\u00e4chlich am Gipfel. Wer Lust hat, kann oben ein wenig verweilen und die Aussicht genie\u00dfen.<br \/>\nEs folgt der Abstieg vom Hohenstaufen ehe uns der Weg weiter zum Hohenrechberg f\u00fchrt. Bei Kilometer 24 steht eine Blaskapelle in einer 180\u00b0-Linkskurve. Hier beginnt der Anstieg zum Hohenrechberg. Da sich oben das Ziel des 25 Km Laufs befindet, man aber nur zu Fu\u00df wieder vom Berg runter kommt, ist auf diesem Teil der Strecke richtig was los. Permanent kommen uns 25 Km-L\u00e4uferinnen und L\u00e4ufer mit Begleitung entgegen und manche sind sogar noch in der Lage uns anzufeuern. Oben gibt\u2019s einen Streckensprecher und einen Zielkanal f\u00fcr die 25er. F\u00fcr uns \u201enur\u201c eine sehr reichhaltige Verpflegungsstation.<br \/>\nEs folgt der schlimmste Teil der Runde. Auf einem asphaltierten mit feuchtem Laub \u00fcbers\u00e4ten Weg geht es steil und glitschig bergab. Von Tempo machen kann hier keine Rede sein. Ich rutsche und bekomme von dem L\u00e4ufer vor mir &#8211; halb schmuzelnd, halb ernst &#8211; zu h\u00f6ren: \u201eMach keinen Schei\u00df. Ich bin kein Ersthelfer.\u201c<br \/>\nKaum unten angekommen geht es schon wieder leicht bergan. Ein Alb Marathon-Veteran sagt, dass wir den folgenden Anstieg zum Stuifen gar nicht mehr als Berg wahrnehmen w\u00fcrden&#8230; Von wegen. Ein paar Meter weiter zeigt sich die Realit\u00e4t. Die Strecke biegt vom breiten Waldweg auf einen Single-Trail ab. Dieser ist zwar anfangs noch flach, aber dann geht es \u00fcber Wurzeln steil bergan, sodass mal wieder wandern angesagt ist. Es geht zwar nicht bis ganz auf den Gipfel, trotzdem erreichen wir am Stuifen mit 720 Metern den h\u00f6chsten Punkt der Strecke.<br \/>\nWieder zur\u00fcck am Fu\u00df des Stuifen sind 32 Km geschafft. Es beginnt die \u00fcbliche Unsitte bei Landschaftsl\u00e4ufen. Erfahrene L\u00e4ufer und vor allem Zuschauer quittieren ab jetzt jeden Anstieg mit den Worten: \u201eDas ist der Letzte, danach geht es nur noch bergab\u201c. Da im Streckenprofil auf dem letzten Kilometer noch ein Anstieg eingezeichnet ist sind diese nett gemeinten Worten nicht mehr als hei\u00dfe Luft.<br \/>\nEs geht nun auf einer Stra\u00dfe zum letzten Wendepunkt. Da beim Alb Marathon gelegentlich deutsche Meisterschaften im Landschaftslauf ausgetragen werden, ist die Strecke exakt vermessen und mit insgesamt drei Wendepunkten versehen. Der erste oben auf dem Hohenstaufen, der zweite am Stuifen und der dritte hier. Zu allem \u00dcberfluss ist hier auch noch ordentlicher Gegenwind zu sp\u00fcren und es geht mal wieder leicht bergan. Trotzdem ist es noch m\u00f6glich zu laufen. Die ganze Zeit kommen uns L\u00e4ufer entgegen. Dann geht es auf eine kleine Schleife, die noch einen satten, aber zum Gl\u00fcck nicht langen Anstieg enth\u00e4lt ehe wir dann den Wendepunkt erreichen und uns nun auf den Bergabteil freuen d\u00fcrfen.<br \/>\nLeider geht es nicht permanent bergab, sondern es folgen immer wieder kleine Gegensteigungen. Die Anstiege sind bei weitem nicht mehr so anstrengend wie die drei Kaiserberge, die hinter uns liegen und auch nicht steiler als die sanften Anstiege auf den ersten 15 Km, die von fast allen locker hinaufgelaufen wurden. Trotzdem gen\u00fcgen sie nach \u00fcber 35 Kilometer um aus L\u00e4ufern wieder zu Wanderer zu machen.<br \/>\nSp\u00e4testens bei Kilometer 40 beginnt das Ziel magisch anziehend zu wirken, obwohl noch 1\/5 der Strecke zur\u00fcckzulegen ist. Aber es ist meist flach bis leicht abfallend. Trotz der ungewohnten L\u00e4nge kann ich mich noch \u00fcber gen\u00fcgend Reserven freuen und den Schlappschritt gegen Lauftempo tauschen. Ein paar L\u00e4ufer sind \u00fcberraschenderweise noch relativ gespr\u00e4chig, sodass man sich gegenseitig \u00fcber die letzten Kilometer ziehen kann. Die letzten 10 Kilometer sind folglich die einzigen, die ich unter 1 Stunde absolvieren kann.<br \/>\nIn Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd steht eine Zuschauerin am Rand. Sie ist voller Elan und Temperament und feuert jede noch so zerknitterte Gestalt frenetisch an. Wer noch den Arm heben kann wird mit voller Wucht abgeklascht, dass der Arm fast wegfliegt, und von ihr auf die letzten Meter geschickt.<br \/>\nRund 50 Meter vor dem Ziel rauscht ein L\u00e4ufer von hinten an und fordert mich zum mitkommen auf. \u201eNein\u201c, denke ich, \u201ejetzt bin ich 5 1\/2 Stunden unterwegs, auf die 5 1\/2 Sekunden kommt es jetzt auch nicht mehr an.\u201c<\/p>\n<p>Fazit: Der Schw\u00e4bische Alb Marathon geh\u00f6rt definitiv zu den gr\u00f6\u00dften Schmuckst\u00fccken in der L\u00e4uferlandschaft, die ich bisher gesehen habe. Die Strecke ist zwar anspruchsvoll, d\u00fcrfte aber auch ohne spezielles Bergtraining gut machbar sein. Die Organisation ist perfekt und selbst der Nachmelde-Preis in Euro liegt beim 50er unter der Distanz in Kilometer. Ein Funktionsshirt und eine Medaille sind im Preis inbegriffen. Kein Wunder, dass es unter den L\u00e4ufern etliche Wiederholungst\u00e4ter gibt, die diesen Lauf als sch\u00f6nen Saisonausklang nutzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Markus Weisse<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>19. Alb Marathon in und um Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd Die Schwaben gelten als sehr bescheidenes V\u00f6lkchen. Nur manchmal w\u00e4re ein bisschen weniger auch nicht schlecht. Wie zum Beispiel beim Alb Marathon. 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